N e t z h a u t a b l ö s u
n g (A b l a t i o R e t i n a e ) . . .
Die Ablösung der Netzhaut ist für den Betroffenen ein dramatisches Ereignis und ihre richtige Therapie von entscheidender Bedeutung für das weitere Sehvermögen des Auges. Die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens liegt bei 0,01%. Das bedeutet, dass im Mittel bei einem von 10.000 Menschen eine Netzhautablösung auftritt. Beim Vorliegen von Risikofaktoren natürlich noch viel eher (Wahrscheinlichkeit nach durchbohrenden Verletzungen des Auges 40%).
Wo sitzt die Netzhaut ?
Die Netzhaut kleidet das Auge wie eine Tapete von innen aus. Sie entspricht in ihrer Funktion dem Film bzw. dem Mikrochip in einer Photokamera. Das Licht fällt gebündelt durch die Hornhaut und die Augenlinse auf sie und hier sitzen die lichtempfindlichen Zellen, die das Licht wahrnehmen, mittels einer chemischen Reaktion in elektrische Impulse umwandeln und als Information über den Sehnerv an das Sehzentrum weiterleiten.
<< Bild einer gesunden Netzhaut
Wodurch kann sich die Netzhaut ablösen?
Durch angeborene Schwachpunkte des Gewebes und Alterserscheinungen (Netzhautdegenerationen), durch Veränderungen im Rahmen höherer Kurzsichtigkeit, Veränderungen des Glaskörpers, nach Blutungen im Auge und Verletzungen, können Risse und Löcher in der Netzhaut entstehen. Augenflüssigkeit kann durch diese hinter die Netzhaut laufen und sie dadurch von der Wand abheben. Ein weiterer Mechanismus sind Flüssigkeitseinlagerungen unter der Netzhaut bei Entzündungen, Tumoren oder Bindegewebs- bzw. Narbensträngen, die die Netzhaut auch ohne Loch abheben können.
Warum ist das gefährlich?
Beginnt sie sich abzulösen, muss
sie schnellstmöglich mit dem Laser oder durch eine Operation befestigt werden.
Der Grund ist, dass die Ernährung der lichtempfindlichen Rezeptoren der
Netzhaut ausschließlich von der dahinter gelegenen Schicht der Augenhinterwand
(Pigmentepithel und Aderhaut) aus erfolgt. Je länger die Netzhaut daher von
ihrer “Unterlage” abgelöst bleibt, desto weniger ist sie in der Lage ihre alte
Leistungsfähigkeit wieder zu erreichen. Wird sie nicht wieder befestigt,
sterben die abgelösten Areale ab und teilweise oder komplette Erblindung auf
dem betroffenen Auge kann die Folge sein.
Wie merke ich eine Netzhautablösung selbst?
Erste Hinweise können das Wahrnehmen von plötzlichen Blitzen und Funken bzw. Sternchen vor allem bei Kopfbewegungen sein. Dies ist zwar in der Regel noch keine Ablösung, sondern nur ein Zeichen für mechanische Belastung der Netzhaut, sollte aber vom Augenarzt kontrolliert werden.
Ein weiterer Hinweis kann das Wahrnehmen von dicken, beweglichen meist sichelförmigen dunklen Flecken (“Floater”) sein. Es ist meist nur einer oder manchmal zwei. Sie sind deutlich kräftiger als die bekannten Fusel, die man als “fliegende Mücken” bezeichnet. Letztere sind harmlos.
Diese beiden gerade beschriebenen Symptome, müssen keine Netzhautablösung bedeuten. Hier besteht nur ein erhöhtes Risiko. Siehe auch unter symptomatische Glaskörperabhebung auf der Seite Lichtblitze. Treten sie nicht auf, ist dies aber leider auch kein Beweis, dass eine Netzhautablösung nicht sein kann, da Netzhautablösungen leider gar nicht selten ohne Vorwarnsymptome kommen.
Bedenklicher ist das Wahrnehmen von zahlreichen dicken “Tropfen” (auch “Russregen” genannt) vor den Augen. Hier liegt zusätzlich eine Blutung vor. Das Risiko für eine Netzhautablösung steigt auf 70%
Fällt gar ein ganzer Bereich des Gesichtsfeldes aus, als wenn ein dunkler Vorhang sich davor schieben würde, besteht der dringende Verdacht, dass die Netzhaut sich dort abgelöst hat und muss umgehen ein Augenarzt aufgesucht werden.
<< Bild einer Ablatio Retinae
Wie kann ich vorbeugen?
Vorbeugend sollten alle Kurzsichtigen über 2 Dioptrien Gläserstärke
(Optiker oder Augenarzt fragen) alle zwei Jahre untersucht werden, sowie alle
die Netzhautablösungen in der Familie haben bzw. die obigen Warnzeichen
wahrnehmen. Nach Verletzungen der Augen und bei Erkrankungen mit Blutungen und
Ausbildung von Bindegewebssträngen in den Augen (z.B. Diabetes) muss sowieso
regelmäßig die Netzhautuntersuchung durchgeführt werden.
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